Privat

Mediation für Privat

Die 14-jährige Lena ist stocksauer, verlässt wütend und unter lautstarkem Protest ‚Mit Dir kann man überhaupt nicht reden! Mann, bist Du spießig!‘ das Wohnzimmer, haut die Tür zu und geht in ihr Zimmer.
Puh, das hat gesessen! Der Vater sitzt da und ist erst einmal sprachlos. Was ist eigentlich passiert?
Seit drei Wochen geraten sie sich immer wieder in die Haare, wegen eines Konzertes in der Stadthalle. Dort spielt Lenas Lieblingsband ‚Die roten Dosen.‘ Sie möchte da sehr gerne hingehen, zumal ihre Freundinnen Tammy und Birgit auch dabei sein werden. Das Konzert geht bis ca. um 23:30 Uhr. Lenas Vater Hans sagt, sie dürfe hingehen, aber um 22:00 muss sie wieder zu Hause sein. Hören wir doch mal kurz rein:

Lena: Mensch Papa, um 22:00 ist doch gerade erst mal die Vorband fertig, da bekomme ich ja von den ‚Dosen‘ garnichts mehr mit. Und was sollen meine Freundinnen denken, wenn das ‚Nesthäkchen‘ schon nach Hause muss. Die dürfen bis zum Schluss bleiben.

Hans: Erstens sind Deine Freundinnen schon 16 und zweitens kann ich auch nichts dafür, wenn sich ihre Eltern keine Sorgen machen. Wer weiß, was da alles passieren kann und wie kommst Du dann eigentlich nach Hause, die U-Bahn fährt dann doch garnicht mehr? Ich möchte, dass Du um 22:00 zu Hause bist, oder Du bleibst ganz zu Hause, ist vielleicht eh‘ besser.

Lena: Na toll, Pa. Wenn Dir nichts mehr einfällt, dann kommt die Rolle des Diktators bei Dir durch und Du erpresst mich. ‚Entweder Du machst es so, wie ich es will, oder Du bleibst zu Hause.‘ Aber das ist mein Leben und es geht mir tierisch auf den Zeiger, wenn Du Dich ständig einmischt. Das Beste wird sein, wenn ich bald ausziehen werde.

Wie es vorläufig weitergeht, haben wir oben schon gelesen. Lenas Vorwürfe treffen Hans, zumal er sich doch freut, wenn es ihr gut geht, sie sich freuen kann, Spass am Leben hat, sie mit ihren Freundinnen Austausch hat. Er spürt so einen faden Beigeschmack: ‚Jetzt habe ich meine Autorität spielen lassen, und mich durchgesetzt. Aber Lena ist jetzt traurig und wütend auf mich.‘

Wir sind der Meinung, es hätte beiden Seiten geholfen, über ihre Gefühle und Bedürfnisse zu reden. Lena ist vielleicht traurig, wütend und verzweifelt, weil ihr z.B. Gemeinsamkeit, Unbeschwertheit, Feiern, Vertrauen und auch Selbstbestimmung wichtig sind. Wir konnten es zwischen den Zeilen hören. Aber als Lena so in die Offensive gegangen war, hatte Hans nicht mehr die Möglichkeit dies wahrzunehmen. Er sah sich angegriffen und verteidigte sich.
Hans macht sich wahrscheinlich große Sorgen, ist verunsichert, hat Angst, weil ihm das  Wohlergehen seiner Tocher, das Einhalten von Abmachungen und die Verantwortung als Vater wichtig sind. Auch das konnten wir lesen und fragen uns, warum konnte Lena das nicht. Sie ist innerlich so beschäftigt, ihre nächsten Argumente oder Angriffe zurecht zu suchen, dass sie ihrem Vater garnicht zugehört hat. So kann dann schnell ein verletzender Schlagabtausch beginnen, in dem jeder darauf bedacht ist, mit welchen Mitteln auch immer, auszuteilen.

Unsere Aufgabe und Veranwortung ist es nun im Rahmen einer Mediation, zu deeskalieren, einen Rahmen zu schaffen, indem sich beide Seiten wieder zuhören können. Das dauert manchmal eine Weile, dann aber verstehen beide Parteien, warum er so reagiert hat, was ihm wichtig ist, was seine Bedürfnisse sind. Und wenn das gelungen ist, dann gibt es viele Lösungsmöglichkeiten, die von beiden bejaht und auch getragen werden.

Wir möchten Sie zu einer Gewaltfreien Kommunikation GFK ermutigen.

Wann eine Mediation sinnvoll, hilfreich ist:

  •     Paarkonflikte
  •     Familienkonflikte
  •     Trennung, Scheidung
  •     Nachbarschaftstreitigkeiten
  •     Ärger in größeren Mietshäusern
  •     Konflikte zwischen den Kulturen

 

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